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      <title>Geschiebe</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf Tour mit den echten Rolling Stones
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fließgewässer gehören zu den stärksten formbildenden Kräften auf der Erdoberfläche. Die morphologischen Formen und Strukturen die sie erschaffen, sind an hydraulische Prozesse geknüpft, bei denen der Abtrag und die Verlagerung von Sedimenten durch fließendes Wasser eine entscheidende Rolle spielt. Solche Prozesse können relativ schnell ablaufen, so dass während eines einzigen Hochwasserereignisses neue Strukturen, wie Kiesbänke, Uferanbrüche, Nebengerinnen, Schotterterrassen, Runsen oder Umlagerungsbereiche entstehen, oder auch sehr langsam und viele Jahrhunderte bis Jahrtausende dauern, wie dies bei Erosionsprozessen in Festgesteinen und der Ausbildung von größeren Strukturen wie Mäanderschlingen oder auch den vielen unterschiedlichen Talformen (Schlucht, Klamm, Canyon, Kerb-, Trog-, Sohlen- oder Muldentälern) der Fall ist. Auch die Deltabildung an Flussmündungen oder die Verlandung von Seen sind Prozesse, die verhältnismäßig langsam ablaufen und ganz wesentlich vom Feststofftransport der Fließgewässer abhängen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Feststoffe der Fließgewässer können in drei Kategorien unterteilt werden:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;ul&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Schwimmstoffe, wie Schwemmholz, Pflanzenteile oder auch Eis, machen durchschnittlich nur 2 bis 5% der Feststoffe in Gewässern aus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Schwebstoffe, bestehend Sand, Schluff, Lehm und organischem Substrat, werden durch Turbulenzen in Schwebe gehalten und bilden den Hauptanteil der Feststoffe in den Flüssen. Ein Beispiel: Die mittlere jährliche Schwebstofffracht der Donau bei Vilshofen beträgt über 5 Millionen Tonnen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Geschiebe, beinhaltet die größeren Feststoffe, also Kies, Schotter, Steine und Blöcke, die sohlennah hüpfend, rollend und gleitend transportiert werden. Anders als bei den Schwimm- und Schwebstoffen, die definitionsgemäß immer in Bewegung sind, setzt beim Geschiebe der Transport erst ab einer gewissen Abflusshöhe ein.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
  &lt;/ul&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Sedimenttransport wird also in erster Linie vom Abfluss, zudem vom Sohlgefälle, den Gerinnedimensionen sowie der Sohlrauheit beeinflusst. Diese Faktoren sind nicht nur maßgebend für die Fließgeschwindigkeit der Flüsse, sondern auch für die sogenannte Schubspannung. Die Schubspannung (auch Schleppspannung genannt) ist eine physikalische Größe, welche die Reibungskraft der Strömung auf die Sohle und die Ufer beschreibt (mit der Einheit Newton/m²), und welche das Geschiebe in Bewegung versetzt, transportiert und dabei gleichzeitig zerkleinert und umformt. Üblicherweise nimmt das Gefälle der Flüsse vom Oberlauf zur Mündung hin ab und damit in der Regel auch die Transportkapazität. Dadurch wird die vorherrschende Korngröße des Sohlsubstrats nach Unterstrom kleiner, das heißt im Oberlauf findet sich meistens gröberes Geschiebe, während in den unteren Flussabschnitten Sande und Schluffe vorherrschen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Feststofflieferung der Flüsse sowie die beschriebene Morphodynamik sind nicht nur an das Abflussgeschehen, sondern auch an die Verfügbarkeit und Mobilisierbarkeit von Sedimenten geknüpft. Natürlicherweise verfügen alle Fließgewässer über mehr oder weniger ergiebige Feststoffherde, die aus der Verwitterung und dem Abtrag von Gesteinen entstehen und sehr unterschiedliche Formen und Dimensionen annehmen können. Die Geologie spielt dabei eine wesentliche Rolle, insbesondere die Art der vorherrschenden Gesteine, deren Aufbau, Schichtung, physikalische und chemische Verwitterung und ggf. auch deren eiszeitliche Überprägung durch frühere Gletscher. In steileren Topographien sind die Erosionsprozesse stärker ausgeprägt als im Flachland und so finden sich insbesondere in den alpinen und montanen Regionen sehr vielfältige Feststoffherde, wie Ablagerungen aus Hang- und Verwitterungsschutt, Fels- und Bergsturzprozessen, tief- und flachgründige Rutschkörper, eiszeitliche Talverfüllungen, Schwemmkegel, Erosionsrinnen und Runsen sowie diverse Ufer- und Hanganbruchsformen. In besonders steilen Gerinnen können auch Muren entstehen. Dabei handelt es sich um einen wassergesättigten Erdrutsch, der in der Regel durch intensive Niederschläge ausgelöst wird, hohe Fließgeschwindigkeiten erreichen kann und aufgrund seiner Dichte von bis zu 2,6 Tonnen pro m³ eine sehr große Schubkraft entfaltet. Solche Murgänge können daher in Siedlungsräumen oder an Infrastrukturanlagen wesentlich größere Schäden anrichten als Hochwasserabflüsse gleicher Dimension.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Steilere Gewässerläufe sind in der Regel unverzweigt und erst mit abnehmendem Gefälle bilden sich einzelne Nebengerinne bis hin zu verzweigten und verflochtenen Flussläufen innerhalb breiter Talquerschnitte aus, in denen die Flüsse ihr Geschiebe regelmäßig ab- und umlagern, weitertransportieren und dabei fortwährend zerkleinern. Alluvionen werden die natürlichen fluvialen Sedimentablagerungen genannt, die viele Meter mächtig sein können und einen reichen Formenschatz der Fließgewässer ermöglichen. Die Flüsse erschaffen unterschiedlichste Gerinneformen und Gerinnebettmuster, sie bilden Windungen und Mäander, Prall- und Gleithänge, Altgewässer, Seitenarme, Kiesbänke, Schotterfluren und Umlagerungsstrecken aus. Die verschiedenen Erosions-, Transport- und Ablagerungsprozesse führen somit dazu, dass sehr vielfältige und dynamische Fließgewässerlandschaften auf unserer Erde entstehen, die zu den artenreichsten und ökologisch wertvollsten Lebensräumen zählen. Fließendes Wasser und Geschiebe bilden die Grundlage für die Erschaffung von vielen unterschiedlichen Habitaten sowohl im Wasser wie auch darüber hinaus, es entstehen biologisch eng vernetzte Einheiten mit Wasserläufen und Auen, den angrenzenden Feuchtbiotopen und ihren diversen morphologischen Strukturen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Leider führen menschliche Eingriffe jedoch oft zu gravieren Veränderungen in diesen sensiblen Ökosystemen und inzwischen sind natürliche Flusslandschaften weltweit massiv gefährdet. So gibt es in Mitteleuropa praktisch keinen Fluss mehr, der nicht einer menschlichen Nutzung unterworfen wurde und in Deutschland weisen nur noch 0,1% der Fließgewässer einen guten ökologischen Zustand auf. Praktisch alle Flüsse wurden hierzulande in den letzten Jahrhunderten systematisch verbaut, begradigt, befestigt, eingedeicht, durch Wasser- und Geschiebeentnahmen, Stauanlagen und Verrohrungen massiv gestört und ökologisch degradiert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Innerhalb dieser weitreichenden Zerstörungen der natürlichen Gewässerlandschaften bildet der Umgang der Menschen mit dem Geschiebe ein besonderes Kapitel. Die natürlichen Sedimentumlagerungen in den Fließgewässern verursachen häufig Beeinträchtigungen an menschlichen Nutzungen und sind daher in der Regel unerwünscht. Einige Beispiele: Geschiebe und andere Feststoffe in den Flüssen führen zu Verlandungsprozessen an Stauhaltungen (Talsperren, Absetzbecken, Hochwasserrückhaltebecken, etc.), zu Ablagerungen in Wasserstraßen und an den Gewässersohlen in Siedlungsbereichen bzw. in sonstigen Bereichen von Hochwasserschutzanlagen, was eine Erhöhung der Wasserspiegellagen und damit Verringerung der Schutzwirkungen baulicher Anlage wie Deichen und Mauern bewirkt oder die Schifffahrt erschwert. Um diesen Prozessen entgegenzuwirken, werden Gewässer, die meist ohnehin schon massiv geschädigt sind, immer wieder ausgebaggert und ausgeholzt, so dass sich die Natur nie vollständig erholen kann. Zudem wird auch mit dem Bau weiterer Bauwerke versucht, unerwünschten Sedimentablagerungen und Erosionen entgegenzuwirken. Solche Bauwerke sind beispielsweise Sohl- und Böschungsbesfestigungen (in der Regel aus Wasserbausteinen und/oder Beton), Grundschwellen, Geschieberückhaltebecken und Geschiebedosiersperren, Murbrecher und Murfangsperren, Konsolidierungssperren, Deckwerke, Buhnen, Rampen und vieles mehr. Nicht selten führen solche Maßnahmen dazu, dass die Probleme nur weiter nach Unterstrom verlagert werden, wo sie wieder weitere Verbauungen nach sich ziehen oder sogar Geschiebe mit großem technischem Aufwand wieder eingebracht werden muss, um die verursachten Defizite im Feststoffhaushalt auszugleichen. Die Folgen dieser vielschichtigen menschlichen Eingriffe sind aus ökologischer Sicht oft gravierend, denn sie führen in der Regel zur Verringerung der morphologischen Gewässereigendynamik und lösen damit nicht selten weitreichende negative Kettenreaktionen aus. So führt beispielsweise die regelmäßige künstliche Rückhaltung und die Entnahme von Sedimenten in den Oberläufen zur Eintiefung der Fließgewässer in den unterhalb befindlichen Strecken, was eine Absenkung des Grundwasserspiegels nach sich zieht. Als Konsequenz kommt es dann zum Trockenfallen der gewässernahen Feuchtgebiete und Auwälder, zur Verringerung der Ausuferungshäufigkeiten, zum Verlust von aquatischen Lebensräumen und letztlich zur Abnahme der Biodiversität. Fehlt das Geschiebe in den Flussbetten, so finden Geschiebeverlagerungen nicht mehr in ausreichendem Maße statt und Kiesbänke, Schotterfluren und Umlagerungsstrecken wachsen großflächig und dauerhaft mit Pionierpflanzen (meistens Weiden) zu. Das erscheint auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders tragisch, doch diese scheinbar leblosen Kies- und Schotterflächen sind wichtige Habitate von hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten, wie Flussuferläufer, Flussregenpfeifer, Kiesbankgrashüpfer, Deutsche Tamariske, etc., die auf geschiebereiche Hochwasserabflüsse und regelmäßige Geschiebeumlagerungen angewiesen sind. Durch die zunehmende Verbuschung dieser Flächen sind viele dieser Arten inzwischen in ihren Beständen stark gefährdet, teilweise vom Aussterben bedroht und in vielen Regionen auch schon gänzlich verschwunden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber nicht nur ein künstlich verursachtes Geschiebedefizit kann für die Natur problematisch sein, sondern auch das Gegenteil, wenn der Mensch zu viele Sedimente in die Gewässer einbringt. Dies geschieht oft ungewollt durch die großflächigen, intensiven land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen entlang der Gewässer. Insbesondere bei Abholzungen und ackerbaulichen Nutzungen werden durch Niederschläge sehr große Mengen an Feinsedimenten aus den oberen Bodenschichten erodiert und in die Gewässer eingetragen. Diese Feinsedimente bewirken dort eine Verschlammung und Abdichtung der Sohlzwischenräume, was als Kolmation bezeichnet wird und ebenfalls mit ökologisch nachteiligen Auswirkungen in dieser normalerweise sehr belebten Übergangszone zwischen Grundwasser und Oberflächenwasser verbunden ist, insbesondere wenn diese Feinsedimente auch noch mit Düngemitteln, Pestiziden, Mikroplastik und sonstigen Fremd- und Schadstoffen belastet sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Bedeutung des Geschiebes für die Ökologie der Fließgewässer wird leider noch viel zu oft unterschätzt oder bewusst ignoriert. Wir brauchen ein stärkeres Bewusstsein für die Zusammenhänge um den Geschiebe- und Sedimenttransport unter Berücksichtigung der Empfindlichkeit der Gewässerökosysteme gegenüber unseren Eingriffen in diese natürlichen Prozesse. Nur wenn wir uns zurücknehmen und den Flüssen wieder mehr Raum für ihre ungestörte Entwicklung bereitstellen, können sich auch die vielen verschiedenen und wertvollen Lebensräume entwickeln, die wir für eine gesunde Artenvielfalt auf unserer Erde zwingend brauchen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 01 Jul 2023 22:17:04 GMT</pubDate>
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      <title>Totholz</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles andere als leblos
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein wesentlicher Bestandteil von lebendigen Flusslandschaften in Mitteleuropa sind intakte, standorttypische Pflanzengesellschaften, die entlang der Gewässer wachsen, wie beispielsweise Auwälder, Bruchwälder, Sumpf- oder Schluchtwälder. Überall wo solche Wälder existieren, finden sich auch abgestorbene Bäume, Äste, Wurzeln, etc., die als sogenanntes Totholz einen wertvollen Lebensraum für sehr viele Lebewesen bieten und in den Flüssen und Bächen eine Vielfalt an Gewässerstrukturen ermöglichen. Durch das Totholz entstehen nämlich sehr unterschiedliche Wassertiefen- und Abflussbereiche, mit Auflandungen, flachen Kiesbänken, tiefen Kolken, langsamen und schnellfließenden Bereichen, kleinen Buchten und Uferanbrüchen. Die eigendynamische Veränderung der Fließgewässer wird dabei wesentlich erhöht, so dass bei höheren Abflüssen immer wieder neue Strukturen geschaffen werden, indem Sohle und Ufer in einigen Bereichen erodiert, Sedimente und Schwemmholz umgelagert werden und die Gewässer sich neue Fließwege schaffen. Solche Prozesse sind aus ökologischer Sicht sehr wertvoll, da auf diese Weise viele unterschiedliche Lebensbereiche entstehen, die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten entgegenkommen. In den flachen, strömungsberuhigten Bereichen können Fische ablaichen, während zwischen dem dichten Geäst von umgestürzten Bäumen die Jungfische Schutz vor Fressfeinden suchen und ihre Kinderstube haben. Über dem Wasser nutzen viele Wasservögel die Äste lebender und toter Bäume als Ruheplatz und als Sitzwarte für die Jagd, sie suchen im stehenden Totholz nach Insektenlarven und legen Höhlen zum Nisten an.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Auwald sind mehr als 500 Pilzarten und über 1000 Käferarten an der Zersetzung von Totholz beteiligt, darunter auch viele, die auf Totholz angewiesen sind und vom Aussterben bedroht sind. Denn leider ist Totholz in den von uns Menschen stark veränderten Natur- und Kulturlandschaften kaum noch vorhanden. Der Anteil echter Naturwälder in Deutschland beträgt nur noch 3%, der Rest, also 97% der Wälder, wird mehr oder weniger intensiv bewirtschaftet. Totholz ist dabei in der Regel nicht erwünscht und wird aus verschiedenen, meist wirtschaftlichen Gründen beseitigt. Auch die Fläche der verbliebenen Auwälder an den Gewässern ist erschreckend niedrig. Nur noch 1% der rezenten Auen werden hierzulande als sehr gering verändert und besonders naturnah eingestuft und 98% der rezenten Auen sind menschlichen Nutzungen unterworfen, in denen Totholz in der Regel ebenfalls kaum vorkommt und nicht erwünscht ist. Dort wo Totholz an den Gewässern noch in etwas größeren Mengen anfällt, insbesondere in den bewaldeten Oberläufen montaner und alpiner Flusslandschaften, wird es als eine Gefährdung für Siedlungsräume und Bauwerke (Brücken, Durchlässe, Wehre, Kraftwerke, Rückhaltebecken, etc.) angesehen und mit Hilfe von speziellen Bauwerken aus den Gewässern gefiltert, entfernt und anschließend entsorgt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Totholz sollte jedoch eben nicht als ein lebloses und unerwünschtes Gefahrgut und Abfallprodukt angesehen und behandelt werden. Wir brauchen eigentlich viel mehr davon in der Natur, ganz besonders auch in den Flüssen, Seen, Mooren, Sümpfen und (Au-)wäldern, denn Totholz bedeutet lebendige Artenvielfalt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
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    <item>
      <title>Altwasser</title>
      <link>https://www.wildfluss.org/altwasser</link>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Zeichen hoher Biodiversität
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fließendes Wasser sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands. Ein Flusslauf folgt ebenfalls diesem Prinzip, wobei sich die Fließwege der Flüsse durch eigendynamische Prozesse verändern können. Diese Eigendynamik von Fließgewässern wird im Wesentlichen durch zwei Faktoren beeinflusst, die beide räumlich und zeitlich veränderlich sind, diese sind der Abfluss und die Feststoffführung. Typische Kennzeichen von solchen eigendynamischen Veränderungen sind zum Beispiel „wandernde“ Kies- und Sandbänke, Flussschlingen, Mäander, Flussverzweigungen, Umlagerungsstrecken, Schotterterrassen oder auch Altgewässer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Altgewässer sind Reste alter Flussschlingen. Wenn ein natürlicher Fluss innerhalb von leicht erodierbaren Sedimenten verläuft, so kommt es mit der Zeit aufgrund von ungleichmäßigen Turbulenzen zu sogenannten Laufverlagerungen. Bei den dabei enstehenden Krümmungen bilden sich zwei gegensätzliche Strömungsbereiche aus, ein Gleithang an der Innenseite und ein Prallhang an der Außenseite. Am Prallhang greift das Wasser mit größerer Kraft die Ufer an und erodiert diese, während sich am Gleithang ein flaches Ufer ausbildet und Sedimente abgelagert werden. Mit der Zeit wird diese Krümmung infolge der zunehmenden Seitenerosion am Prallhang immer größer und es entwickelt sich zunächst eine Flussschlinge und mit weiterem Fortschreiten ein Mäander. Dabei kann es passieren, dass der Fluss am sogenannten Mäanderhals durchbricht und seinen Lauf dadurch wieder verkürzt. Aus der alten Flussschlinge bzw. dem Mäanderbogen entsteht dann ein Altarm, der in der Regel zunächst noch an den Fluss angeschlossen ist und von diesem teilweise auch noch im geringen Umfang durchströmt wird. Der Hauptabfluss erfolgt jedoch nun überwiegend im Durchstich, da hier das Gefälle steiler ist und der Fluss ja bestrebt ist, dem Weg des geringsten Widerstands bzw. dem größten Gefälle zu folgen. Der Altarm verlandet mit der Zeit immer mehr und verliert dabei den Anschluss an den Fluss, zunächst an einer Seite der beiden Enden, dann spricht man von einem einseitig angeschlossenen Altarm, und irgendwann dann beidseitig – sofern der Fluss diesen Altarm nicht durch eine erneute Laufverlagerung wieder aktiviert. Sobald der Altarm die oberirdische Verbindung zum Fluss verliert, wird er zum sogenannten Altwasser. Altwässer werden nun nicht mehr durchströmt, sondern nur noch bei Hochwasserabflüssen überströmt, und sie haben den Charakter von Stillgewässern. Aufgrund ihrer typischen Form werden sie als Sichel- oder Halbmondseen bezeichnet (im Englischen „oxbow lakes“).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mäanderdurchbrüche und Altgewässer entstehen jedoch nicht nur auf natürlicher Weise. Der Mensch hat in der Vergangenheit die meisten großen Fließgewässer in Mitteleuropa künstlich begradigt und dabei unzählige Mäander und Flussschlingen abgetrennt. Die vielen (teil-)verlandeten Altgewässer sind vielerorts noch als Überbleibsel der alten Flusslandschaften aus der Luft und in Kartenwerken zu erkennen. Da eine Trockenlegung dieser abgetrennten Flussschlingen früher meistens zu aufwendig und unrentabel war, sparte man sie zunächst als nicht nutzbare Wasserflächen bei der Erschließung von Siedlungsgebieten sowie der Land- und Forstwirtschaft aus. Mit zunehmender Verlandung rückten sie dann nach und nach wieder in den Fokus menschlicher Nutzungsinteressen und viele dieser Altgewässer verschwanden somit mit dem steigendem Flächenverbrauch der wachsenden Bevölkerung. Erst sehr spät, ab etwa Mitte des 20. Jahrhunderts hat man langsam erkannt, dass diese Altgewässer aus ökologischer Sicht sehr wertvolle und schützenswerte Lebensräume sind. Sehr viele spezialisierte Tierarten, insbesondere Fische, Insekten, Vögel und Amphibien nutzen diese Stillgewässerbereiche als Lebens- und Rückzugsraum, was auch dadurch verstärkt wird, dass die Flüsse selbst infolge der intensiven menschlichen Eingriffe immer schlechtere Lebensbedingungen aufweisen und die Auen großflächig trockengelegt und in monotone Agrarlandschaften verwandelt wurden.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Chancen, dass sich neue Altgewässer in unserer Kulturlandschaft entwickeln, stehen eher schlecht, denn die Flüsse sind inzwischen massiv verbaut und auf langen Strecken eingedeicht. Zum Schutz von Siedlungen, Infrastruktur, Land- und Forstwirtschaft lässt man ihnen keinen Spielraum mehr für eine Eigendynamik. Somit können sich auch keine Schlingen, Mäander und Altarme mehr ausbilden. Wir haben mit unserer Überbevölkerung einen unstillbaren Flächenfraß ausgelöst, bei dem die Flüsse und die Natur allgemein das Nachsehen haben. Dieser Entwicklung müssen wir dringend gegensteuern. Es braucht wieder mehr freie Flächen und Entwicklungskorridore für die Fließgewässer, in denen wir ihre Eigendynamik zulassen und sie als eine Bereicherung in unserer überzivilisierten Welt ansehen. Wir müssen wieder stärker mit der Natur und für die Natur arbeiten und nicht gegen sie. Die Renaturierung von Fließgewässern bildet einen wichtigen Beitrag dazu. Sie dient nicht nur der Sicherung der Artenvielfalt, sondern ganz wesentlich auch der Verstärkung unserer Bemühungen gegen den Klimawandel, gegen zunehmende Trockenperioden, für besseren Hochwasserschutz und letztendlich für unsere eigene Lebensqualität.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
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      <pubDate>Fri, 30 Jun 2023 18:22:02 GMT</pubDate>
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      <title>Aue</title>
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  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dynamik schafft Artenvielfalt
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als Aue wird eine Landschaft bezeichnet, die entlang von Fließgewässern die Überschwemmungsbereiche umfasst und im natürlichen Zustand charakteristische Vegetationsgesellschaften, die sich an die Überflutungen angepasst haben, beheimatet. Die seitliche Ausdehnung der Auen hängt von der Topografie ab, sofern menschliche Bauwerke, wie z. B. Deiche, Mauern, Straßendämme, diese nicht zusätzlich künstlich begrenzen. Während in den steileren Oberläufen sowie in Gebirgslandschaften die Auen eher schmal ausgebildet sind oder sogar komplett fehlen, sind diese in den flacheren Niederungen der Mittel- und Unterläufe in der Regel wesentlich breiter und können auch mehrere Kilometer weit reichen. Die typischen Vegetationsgesellschaften in Auen entwickeln sich in Abhängigkeit von den Überflutungshäufigkeiten des Fließgewässers und werden üblicherweise in mehrere Zonen unterteilt. Diese beginnen bei der aquatischen Zone des Fließgewässers, an diese schließt der amphibischer Bereich an (auch Wasserwechselzone genannt) mit Seggen und Röhrichten (z. B. Schilf oder Rohrkolben), gefolgt von der sogenannten Weichholzaue mit Weiden und Erlen als dominierende Gehölze. Mit weiter ansteigender Topografie folgt dann die Hartholzaue, die in unserer gemäßigten Klimazone typischerweise Laubbaumarten wie Esche, Erlen, Stileiche, Ulme, Pappeln und Berg-Ahorn sowie eine reichhaltige niedrigere Kraut- und Strauchschicht beheimatet. Diese Zone wird nur noch selten bei Hochwasser überschwemmt und wird daher auch als terrestrischer Bereich bezeichnet.
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  &lt;/p&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein wesentliches Kennzeichen von natürlichen Auenlandschaften ist die enge biologische Vernetzung dieser unterschiedlichen feuchten und trockenen Standorte, was insbesondere auch durch die Dynamik aus wechselnden Abflüssen und flussmorphologischen Prozessen maßgeblich gefördert wird. Die natürlicherweise schwankenden Wasserstände zwischen Niedrig- und Hochwasser in Verbindung mit dem Feststofftransport des Gewässers, also dem Wechselspiel von Erosion, Transport und Ablagerung von Kies, Sand, Schluff und Steinen, sorgen für die Entstehung von vielfältigen Formen und Strukturen, wie Flussschlingen, Mäandern, Kiesbänken, flachen und steilen Uferbereichen, Nebenrinnen, Furkationen und Altgewässern. Neben diesen zwei abiotischen Faktoren, Wasser und Feststoffe, tragen aber auch die Lebewesen in den Auen selbst zu diesen dynamischen Veränderungen und der stetigen Umgestaltung dieser vielfältigen Lebensräume bei. Ein umgestürzter Baum am Flussufer zum Beispiel bildet ein Abflusshindernis und bewirkt so die Ausbildung von Geschiebe- und Schwemmholzablagerungen, aber auch von Kolken, lenkt ggf. die Strömung um und verstärkt damit die Ufererosion sowie die Ausbildung von Prall- und Gleithängen, Mäandern oder Nebenrinnen. Auch einzelne Tiere, allen voran der Biber, können auf ähnliche Weise die morphologischen Prozesse verstärken und beeinflussen.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese verschiedenen (semi-)aquatischen und terrestrischen Lebensbereiche und deren dynamischen Veränderungen ermöglichen das Vorkommen einer sehr großen Anzahl an Tier- und Pflanzenarten auf relativ engem Raum. Daher werden Flüsse mit ausgeprägten, naturbelassenen Auen häufig auch als Hotspots der Artenvielfalt bezeichnet und sind daher aus ökologischer Sicht besonders schützenswert. 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch nicht nur diese Artenvielfalt macht Auen so wertvoll. Sie erfüllen darüber hinaus auch andere wichtige Funktionen, die für uns Menschen von Bedeutung sind. So tragen sie zum Beispiel zur Verbesserung der Wasserqualität bei, da sie bestimmte Nähr- und Schadstoffe filtern und abbauen können (insbesondere Nitratüberschüsse aus der Landwirtschaft) und sie sorgen für eine Dämpfung von Hochwasserabflüssen, da sie die Strömung verlangsamen und in der Fläche erhebliche Wassermengen zurückhalten können, was zum Schutz unterhalb liegender Siedlungen beiträgt.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Trotz dieser vielfältigen positiven Funktionen hat der Mensch die Auenlandschaft massiv zerstört und in Siedlungsflächen und Kulturlandschaften umgewandelt. Natürliche, von Menschen unbeeinflusste Auen finden sich in den meisten Ländern Europas so gut wie überhaupt nicht mehr. In Deutschland wird nur noch 1% der rezenten Auen als gering verändert und naturnah eingestuft und nahezu auf allen Auenflächen finden hierzulande menschliche Nutzungen statt. Die natürliche Abfluss- und Feststoffdynamik wird durch Stauanlagen behindert und flussmorphologische Veränderungen durch Deiche und Mauern unterbunden. An die Flüsse angebundene Feuchtgebiete und Altgewässer wurden trockengelegt, Auwälder abgeholzt und Überschwemmungsgebiete beseitigt. Der Schaden, den wir damit angerichtet haben, ist jedoch nicht nur aus ökologischer Sicht als katastrophal zu bezeichnen. Auch für uns Menschen nehmen die direkten und indirekten Folgen dieser großflächigen Naturzerstörungen zunehmend kritische Dimensionen an. Durch den Verlust an natürlichen Hochwasserretentionsräumen haben sich die Hochwasserabflüsse und das Gefährdungspotential der Flüsse massiv verschärft. Allein in Deutschland leben Millionen von Menschen inmitten dieser ehemaligen Überschwemmungsgebiete und bei der Überschreitung der Schutzwirkungen künstlicher Hochwasserschutzanlagen entstehen enorme Sach- und Personenschäden, wobei die Risiken in der Zukunft trotz massiver Gewässerverbauungen durch den Klimawandel noch weiter zunehmen dürften. Auch das menschengemachte Massenartensterben lässt sich zu einem großen Teil auf den Verlust dieser Naturlandschaften zurückführen und wird in seinen Konsequenzen für das biologische Gleichgewicht auf unserem Planeten und auch für uns Menschen immer noch vielfach unterschätzt oder ignoriert. Wir sind aber abhängig von einer intakten Natur und müssen daher viel mehr unternehmen, um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen und die Zerstörung dieser wertvollen Auenlandschaften wieder rückgängig zu machen.
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      <pubDate>Thu, 29 Jun 2023 22:17:04 GMT</pubDate>
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